Klandestin

Di 5.8. (18 und 20 Uhr) / Do 7.8. (17:30) / So 10.8. (13:00)

Deutschland 2024; Regie: Angelina Maccarone; Darsteller*innen: Barbara Sukowa, Lambert Wilson, Habib Adda, Banafshe Hourmazdi, Katharina Schüttler; FSK: ab 12; 124 Minuten

Der mäßig erfolgreiche Künstler Richard, der sich seine britische Heimat nicht mehr leisten kann, lebt in Tanger und bereitet sich auf seine nächste Vernissage in Deutschland vor. Währenddessen träumt der junge Marokkaner Malik seit langem von einem besseren Leben in Europa. Als er mithilfe von Richard illegal nach Deutschland gelangt, glaubt er sich am Ziel seiner Träume. In Frankfurt soll ihn ausgerechnet Mathilda Marquardt (Barbara Sukowa) verstecken, eine alte Freundin Richards und konservative Politikerin, die für ihre fremdenfeindlichen Positionen bekannt ist. Mathildas Assistentin, die Juristin Amina El Hazzaz, die ihre marokkanischen Wurzeln endlich hinter sich lassen will, wird als kulturelle Vermittlerin eingeschaltet und soll das Problem lösen. Doch während Mathilda mit ihrer inneren Zerrissenheit kämpft und Richard verzweifelt versucht, Malik für sich zu gewinnen, gerät der Junge immer tiefer in eine Spirale aus unvorhersehbaren Ereignissen. Unwissentlich löst er eine Kette von Entwicklungen aus, deren Konsequenzen für alle Beteiligten folgenschwer sein könnten …

Köln 75

Di 29.7. (18 und 20 Uhr) / Do 31.7. (17:30) / So 3.8. (13:00)

Köln 75

Deutschland/Belgien/Polen 2024; Regie: Ido Fluk; Darsteller*innen: Mala Emde, John Magaro, Alexander Scheer, Ulrich Tukur; FSK: 12; 112 Minuten

KÖLN 75 erzählt die mitreißende und wahre Geschichte der rebellischen 18-jährigen Vera Brandes, die selbstbewusst und leidenschaftlich alles aufs Spiel setzt, um ihren Traum zu verwirklichen. Gegen den Willen ihrer konservativen Eltern bucht sie auf eigenes Risiko das Kölner Opernhaus, um Keith Jarrett im Januar 1975 für ein Konzert nach Köln zu holen. Sie weiß es noch nicht, aber diese improvisierte Stunde am Klavier, die bis zuletzt zu scheitern droht, wird auf Schallplatte verewigt und von vielen als eines der populärsten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts angesehen: Keith Jarretts „The Köln Concert“. Die Plattenveröffentlichung „The Köln Concert“ avanciert mit über 4 Millionen verkauften Exemplaren zum erfolgreichsten Solo-Jazz-Release aller Zeiten.

Regisseur und Autor Ido Fluk ließ sich für KÖLN 75 von den wahren Begebenheiten inspirieren und erzählt die unfassbare Geschichte dahinter. Im Mittelpunkt steht Vera Brandes, eine junge, zielstrebige und emanzipierte Frau, die sich in einer männerdominierten Gesellschaft durchsetzt. Mala Emde verkörpert sie brillant als leidenschaftliche Musikliebhaberin und Rebellin, die in den turbulenten Siebzigerjahren unbeirrbar ihren Weg geht.

Heldin

Di 22.7. (18 und 20 Uhr) / Do 24.7. (17:30) / So 27.7. (13:00)

Schweiz/Deutschland 2024; Regie: Petra Volpe; Darstellerin: Leonie Bensch; FSK 6; 92 Minuten

Floria arbeitet mit viel Leidenschaft und Professionalität als Pflegefachfrau in der Chirurgie. Bei ihr sitzt jeder Handgriff, sie hat selbst in Stresssituationen immer ein offenes Ohr für ihre Patientinnen und ist im Notfall sofort zur Stelle – idealerweise. Als Flora an diesem Tag ihre Spätschicht antritt, fällt auf der voll besetzten Station eine Kollegin aus. Trotz aller Hektik versorgt sie ihre Patientinnen fürsorglich und routiniert. Aber dann passiert ihr ein verhängnisvoller Fehler und die Schicht droht völlig aus dem Ruder zu laufen. Hauptdarstellerin Leonie Bensch beeindruckt erneut mit ihrer kraftvollen und fesselnden Darstellung. Auch wenn HELDIN ein Spielfilm ist, so erzählt der neue Film von Petra Biondina Volpe fast dokumentarisch authentisch von dem Alltag einer ganz ‚normalen‘ Pflegefachkraft in einem ganz ‚normalen‘ Krankenhaus. Die hohe Taktzahl der Aufgaben entwickelt einen atemlosen Rhythmus. So entsteht eine permanent unterschwellig bedrohliche Atmosphäre, die eine sich ankündigende Katastrophe wie ein Damoklesschwert über sich trägt und spannend wie ein Thriller ist.

Dass der Film neben seinem kongenialen Zusammenspiel aus Kamera, Montage, Musik, Licht und Ausstattung so funktioniert, liegt auch an der Darstellung der Floria durchLeonie Benesch. Nicht eine Sekunde zweifelt man daran, dass diese Figur aus voller Seele heraus eine Krankenschwester ist. Benesch spielt Floria nicht, sie lebt diese Rolle – und lässt in jeder Geste, jedem Gesichtsausdruck das erkennen, was der Film erzählen will: Die bis zur Grenze gehende Aufopferung für einen Beruf, der von der Gesellschaft zu geringgeschätzt und zu gering entlohnt wird. HELDIN ist ein Film, der den Missstand der aktuellen Pflegesituation im deutschsprachigen Raum anprangert.

Was Marielle weiss

Di 15.7. (18 und 20 Uhr) / Do 17.7. (17:30) / So 20.7. (13:00)

Was Marielle weiss

Deutschland 2025; Regie: Frédéric Hambalek; Darsteller*innen: Laeni Geiseler, Julia Jentsch, Felix Kramer; FSK ab 12; 86 Minuten

Julia, Tobias und ihre Tochter Marielle führen ein ruhiges und komfortables Leben in scheinbarer Harmonie. Doch die Idylle zerbricht, als Marielle plötzlich und auf unerklärliche Weise alles sehen und hören kann, was ihre Eltern tun – immer und überall, auch wenn diese gerade gar nicht in der Nähe, sondern bei der Arbeit oder beim Sport sind. . Alles beginnt mit einer Schelle, die sich gewaschen hat. In Superzeitlupe bekommt die zwölfjährige Schülerin Marielle eine geknallt, nachdem sie ihre beste Freundin zuvor als „Schlampe“ bezeichnet hat. Von einem Tag auf den anderen kennt sie jedes Detail aus dem elterlichen Privatleben. Was zunächst wie eine skurrile Herausforderung wirkt, bringt nach und nach tief verborgene Konflikte ans Licht. Ein bissiger Film über den Verlust von Privatsphäre und die Frage: Würden Kinder ihre Eltern immer noch lieben, wenn sie alles über sie wüssten?
Fazit: Auf so etwas muss man erst mal kommen! Frédéric Hambalek hat für Was Marielle weiss die perfekte Prämisse gefunden, um unsere ganz alltägliche Verlogenheit im Umgang miteinander offenzulegen. Ganz schön clever und dazu oft auch noch saulustig.

Ein Tag ohne Frauen

Di 8.7. (18 und 20 Uhr) / Do 10.7. (17:30) / So 13.7. (13:00)

Ein Tag ohne Frauen (THE DAY ICELAND STOOD STILL)

Island/USA 2025; Regie: Pamela Hogan; Darsteller*innen: Guðrún Erlendsdóttir, Ágústa Porkelsdottir, Vigdís Finnbogadóttir, Guðni Th. Jóhannesson; Dokumentarfilm; FSK: o. A.; 71 Minuten

Am Morgen des 24. Oktober 1975 legten 90 Prozent der isländischen Frauen ihre Arbeit nieder und verließen ihre Häuser. Sie weigerten sich zu arbeiten, zu kochen oder Kinder zu betreuen. Es war der Streik der Frauen gegen Ungleichbehandlung. Durch ihren Streik gelang es ihnen, einen Tag lang ein ganzes Land lahmzulegen und dafür zu sorgen, dass Island als „bester Ort der Welt, um eine Frau zu sein“ bekannt wurde. Es ist ein toller Dokumentarfilm, der zeigt, was Menschen erreichen können, wenn sie zusammen für ihre Rechte kämpfen.

Die Frauenbewegung hat über die Jahre viel erreicht. So wurde Vigdis Finnbogadóttir 1980 die erste demokratisch gewählte Staatspräsidentin der Welt und amtierte 16 Jahre. Heute besteht das Parlament zu 48 Prozent aus Frauen, eine der höchsten Quoten der Welt.

Like A Complete Unknown

Di 1.7. (18 und 20 Uhr) / Do 3.7. (17:30) / So 6.7. (13:00)

Like A Complete Unknown

USA 2024; Regie: James Mangold; Darsteller*innen: Timothée Chalamet, Edward Norton, Elle Fanning, Monica Barbaro, Boyd Holbrook; FSK: ab 6; 141 Minuten

Dieses etwas untypische Biopic über Bob Dylans frühe Jahre folgt ihm von seiner Ankunft in New York Anfang der Sechziger Jahre auf seinem Weg vom Coversänger bis zum Star und zeigt seine frühen Einflüsse, seine Beziehungen zu zwei in dieser Phase seines Lebens zentralen Frauen (wie etwa die damals viel berühmtere Folksängerin und Aktivistin Joan Baez) und schließlich seine Rebellion gegen die Vereinnahmung durch die Musikindustrie und durch dogmatische Fans. Die Handlung konzentriert sich also auf einen kleinen Ausschnitt aus der langen Karriere des bis heute auftretenden 83-jährigen Künstlers.
Im Jahr 1961 war aus dem Kunststudenten Robert Zimmermann bereits der Folksänger Bob Dylan geworden, der zwar noch völlig unbekannt war (eben a complete unknown), es aber nicht zu bleiben gedachte. Die Entwicklung seiner Starpersönlichkeit verkörpert mit einer herausragenden Leistung Timothée Chalamet, der sich fünf Jahre lang darauf vorbereitete, Bob Dylan zu werden, und erstaunlicherweise die Songs selbst interpretiert. Regisseur James Mangold, der bereits Joaquin Phoenix erfolgreich als Johnny Cash in „Walk the Line“ im Live-Gesang geschult hatte, schafft so einen authentischen und sehenswerten Film, in dem Dylan übrigens weder schmeichelhaft noch überstrahlt gezeichnet wird, ganz im Gegenteil. Bei einem Auftritt beim Newport Folkfestival betrat er 1965 mit einer Band die Bühne, um den Hals eine E-Gitarre, schockierte Fans und Veranstalter und wandte sich vom politischen Folk ab und dem Rock zu. Der Regisseur zeigt schon hier glaubhaft den ewig Rätselhaften, der Dylan auch heute noch ist. Der echte Star des Films bleibt aber zurecht die Musik.

Die Rückkehr des Filmvorführers

Di 24.6. (18 und 20 Uhr) / Do 26.6. (17:30) / So 29.6. (13:00)

Die Rückkehr des Filmvorführers

Deutschland/Frankreich 2024; Regie: Orkhan Aghazadeh; Darsteller*innen: Samid Idrisov, Ayaz Khaligov; FSK: ab 6; 87 Minuten

Samid war zu Sowjetzeiten der Kinovorführer in einem abgelegenen Dorf in Aserbaidschan, ein einzelgängerischer älterer Herr, dem der Unfalltod seines Sohnes vor zwei Jahren noch zu schaffen macht. Jetzt schlägt er sich mit Reparaturen an alten Röhrenfernsehern und Satelliten-Receivern durch. Aber er hat noch zwei verstaubte transportable 35-mm-KN-17-Projektoren sowjetischer Produktion, speziell für die Landbespielung gebaut, in seiner Scheune. Und er beschließt, das Kino wieder in sein Dorf zu bringen, in das Gemeinschaftshaus, wo es früher war. Es gibt nur ein Problem: Die Projektorlampe ist defekt – und das dauert.

Mit dabei ist sein Enkel Ayaz. Der zeigt Interesse an der historischen Technik und macht selbst mit Tablet und Handy animierte Filme für die sozialen Netzwerke. Die beiden helfen sich gegenseitig, eine symbiotische Beziehung, aber auch so etwas wie ein Dialog der Generationen in Sachen Film.

Was will der Lama mit dem Gewehr?

Di 17.6. (18 und 20 Uhr) / Do 19.6. (17:30) / So 22.6. (13:00)

Was will der Lama mit dem Gewehr?

Bhutan/Taiwan 2023; Regie: Pawo Choyning Dorji; Darsteller*innen: Tandin Wangchuk, Deki Lhambo, Tandin Sonam; FSK o. A.; 107 Minuten

Der kleine, buddhistisch geprägte Staat Bhutan, etwa so groß wie die Schweiz, liegt im Himalaya-Gebirge zwischen China und Indien. Es ist das einzige klimaneutrale Land der Erde und das einzige, dessen Wirtschaftssystem das Konzept eines »Bruttonationalglücks« in seine Rechnung mit einbezieht. In Bhutan gibt es Tiere, die im Rest der Welt nicht einmal mehr dem Namen nach bekannt sind. Ein Paradies auf Erden? Bis der König auf die Idee kommt, sein Volk glücklich machen zu wollen, indem er ihnen zuerst Zugang zu Internet und Fernsehen gibt und dann auch noch die Demokratie einführt. „Wir sind doch schon glücklich“, denken sich die Menschen verwirrt. Sie sollen lernen, wie Wahlkampf funktioniert, während nebenbei ein so genannter „007“ im TV rumschießt. Dem alten, hochverehrten Lama reicht es. Er beauftragt einen jungen Mönch, ein Gewehr heranzuschaffen und kündigt eine wichtige Zeremonie an. Die Spannung im Dorf steigt, die Vorfreude ist riesig. Aber was will der Lama mit dem Gewehr?

Der Film mit dem Originaltitel The Monk And The Gun wurde von Bhutan für den Academy Award eingereicht. Mit viel Humor erzählt Dorji von den Eigenheiten, aber auch der Liebenswürdigkeit seiner Landsleute, untermalt mit beeindruckenden Bildern des Himalayas.
Die Komödie lief auf renommierten Filmfestivals wie Toronto, Telluride und Busan.

Die leisen und die großen Töne

Di 10.6. (18 und 20 Uhr) / Do 12.6. (17:30) / So 15.6. (13:00)

Die leisen und die großen Töne

Frankreich 2024; Regie und Drehbuch: Emmanuel Courcol; Darsteller*innen: Benjamin Lavernhe, Pierre Lotin; Sarah Suco; FSK o. A.; 103 Minuten

Regisseur Emmanuel Courcol liefert mit seiner Tragikomödie Die leisen und die großen Töne ein Werk, das mit seinen dramaturgischen Entscheidungen immer wieder überrascht. Zunächst lernen wir Thibaut kennen – einen international renommierten Dirigenten. Als er bei einer Probe plötzlich ohnmächtig wird, muss er erfahren, dass er an Leukämie erkrankt ist. Er benötigt eine Knochenmarkspende. Doch seine jüngere Schwester Rose erweist sich als nicht kompatible Spenderin, da sie – hoppla! – gar nicht wirklich mit ihm verwandt ist. Wie sich herausstellt, wurde Thibaut einst adoptiert. Während er bei einer wohlhabenden Familie landete, wuchs sein ebenfalls zur Adoption freigegebener Bruder Jimmy in einfachen Verhältnissen im Norden Frankreichs bei der Pflegemutter Claudine auf. Die beiden Männer treffen aufeinander – und alles scheint nun darauf hinauszulaufen, dass sich zwei sehr unterschiedlich wirkende Menschen irgendwie näherkommen und der eine dem anderen das Leben retten kann. Mit diesen narrativen Formeln will sich Courcol allerdings gar nicht lange beschäftigen. Die Knochenmarkspende erfolgt; Thibauts Leben kann erst einmal weitergehen – und die auf den ersten Blick so gegensätzlichen Brüder erkennen bald, dass sie sich ähnlicher sind, als anfangs geahnt.

Wildes Land

Di 3.6. (18 und 20 Uhr) / Do 5.6. (17:30) / So 8.6. (13:00)

Wildes Land

GB 2023; Regie: David Allen; Dokumentarfilm; 75 Minuten

Das junge Paar Isabella Tree und Charlie Burrell erbt in den 1980er Jahren das Landgut Knepp in Südengland – ein heruntergekommenes, 400 Jahre altes Anwesen. Ende der 1990er Jahre müssen sie den Tatsachen ins Auge sehen: Der Landwirtschaftsbetrieb ist nicht profitabel und sie haben 1,5 Millionen Pfund Schulden. Das Land liegt brach, der Boden besteht nur noch aus unfruchtbarer Erde und die Artenvielfalt schwindet. Isabella und Charlie kämpfen gegen fest eingefahrene Traditionen und wagen den Schritt, das Schicksal ihrer Farm in die Hände der Natur zu legen und ein ambitioniertes Renaturierungs-Projekt zu starten. Sie reißen Zäune nieder, lassen das Land wieder verwildern und vertrauen seine Wiederherstellung einer bunten Mischung aus zahmen und wilden Tieren an.

Mit der Zeit erneuert sich der Boden und auf wundersame Weise kehren seltene Arten zurück. Es ist eine Transformation, die weit über das hinausgeht, wovon irgendjemand hätte träumen können. Eigentliche Stars des Films sind dann auch nicht die beiden Menschen, sondern die vielen Tiere, die auf dem Gut Knepp auftauchen: kleine Tamworth-Schweinchen, die frei herumlaufen dürfen, Exmoor-Ponys, Biber, Turteltauben, Großen Schillerfalter und Weißstörche, die erstmals seit 600 Jahren wieder über Großbritannien fliegen.

David Allen blickt in seinem Dokumentarfilm auf dieses Experiment, als Vorlage diente das gleichnamige Buch der renommierten Reisejournalistin Isabella Tree. Wir zeigen den Film in Zusammenarbeit mit dem Nabu Sinsheim.