Di 16.12. (18 und 20 Uhr) / Do 18.12. (17:30) / So 21.12. (13:00)

Vermiglio

Italien/Frankreich/Belgien 2024; Regie: Maura Delpero; Darsteller*innen: Tommaso Ragno, Roberta Rovelli, Martina Scrinzi, Giuseppe De Domenico; FSK: o. A.; 119 Minuten

Vermiglio, ein Bergdorf in den italienischen Alpen. Im Winter 1944 ist der Krieg gleichzeitig weit weg und allgegenwärtig. Attilio ist heimgekehrt, als Deserteur, von seinem sizilianischen Kameraden Pietro auf den Schultern über die Berge getragen. Ihre Ankunft bringt Unruhe in das im ewigen Rhythmus der Jahreszeiten verlaufende Leben im Dorf. Im Haus des Lehrers Cesare und seiner großen Familie beginnt das große Flüstern: Lucia, die älteste Tochter, hat sich in Pietro verliebt, der versteckt am Rande des Dorfs auf das Ende des Krieges wartet. Auch ihre Schwestern Ada und Flavia, mit denen Lucia das Zimmer teilt, sind voller Träume. Wird ihr strenger Vater sie auf die Schule in der Stadt gehen lassen? Mit welchen Geheimnissen schließt sich Cesare in sein Studierzimmer ein, wenn er die sorgsam gehüteten Schallplatten mit der Musik von Chopin und Vivaldi hört? Während die Jahreszeiten voranschreiten und die Welt sich langsam von der Tragödie des Krieges erholt, suchen die Schwestern unter dem wachen Blick ihrer Mutter Adele ihre eigenen Wege ins Leben. Es müssen neue Wege sein. Der bildgewaltige und vielseitige Historienfilm „Vermiglio“ fängt nicht nur eindringlich die Strapazen des Landlebens ein, sondern wirft einen facettenreichen Blick auf weibliche Lebensrealitäten in einem strengen patriarchalen Sittenkorsett.

Di 9.12. (18 und 20 Uhr) / Do 11.12. (17:30) / So 14.12. (13:00)

Carmen & Lola

Spanien 2018; Regie: Arantxa Echevarría; DarstellerInnen: Zaira Romero, Rosy Rodriguez, Moreno Borja, Rafela León, Carolina Yuste; FSK ab 12; 103 Minuten

Trotz ihres gemeinsamen Hintergrunds als junge Romnija in Madrid könnten Carmen und Lola unterschiedlicher nicht sein. Die 17-jährige Carmen möchte ein Leben als Hausfrau und Mutter führen; ganz so, wie es von ihrer Familie erwartet wird. DieLola hingegen hat ganz andere Pläne. Sie besucht die Schule und will studieren, um so aus dem traditionellen Leben einer Romni auszubrechen. Und Lola macht sich nichts aus Männern. Ihr Interesse gilt bald der hübschen Carmen, und obwohl diese mit Lolas Cousin verlobt ist, nutzt sie jede Gelegenheit, um ihr näherzukommen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine intime Freundschaft, die sich bald in Liebe verwandelt. Doch Tradition und Familie stellen diese verbotene Liebe auf eine harte Probe, und die beiden jungen Frauen müssen eine schwere Entscheidung treffen.
In ihrem Spielfilmdebüt erzählt die aus dem baskischen Bilbao stammende Arantxa Echevarría von einer verbotenen Liebe, die mit dem strengen Moralkodex der Gitanos in Konflikt gerät. Mit überzeugenden Laiendarstellern vermittelt der Film viel vom Leben einer Welt voller starrer Traditionen, aber auch einem festen Gemeinschaftsgefüge, das Schutz gegen eine feindliche Außenwelt bietet.
Carmen & Lola meidet die gängigen Stereotypen vom Drogenhandel oder der Kriminalität am Rande der Stadt. Der Film beschreibt in vielen Details Alltag und Traditionen der Gitanos, das Ritual und die Feiern der „Pediküre“, der Verlobung, aber auch das ganz alltägliche Miteinander auf der Straße. Damit gelingt ihm eine subtile Annäherung an Isolierung und Diskriminierung der Gitano-Gemeinschaft, ohne auf alte Klischees zurückzugreifen.

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