Di 28.4. (18 und 20 Uhr) / Do 30.4. (17:30) / So 3.5. (13:00)
Ein einfacher Unfall (Yek tasadef sadeh)
Iran/Frankreich/Luxemburg 2025; Regie und Drehbuch: Jafar Panahi; Darsteller*innen: Majid Panahi, Vahid Mobasseri, Mariam Afshari, Ebrahim Azizi; FSK: ab 16; 101 Minuten
Der Film beginnt mit einem nächtlichen Unfall, bei dem ein Mann namens Eqbal, der mit seiner hochschwangeren Frau und seiner Tochter im Auto unterwegs ist, einen Hund überfährt. Durch die Kollision hat auch das Fahrzeug einen Schaden erlitten, und wenig später bleibt das Fahrzeug liegen. In einer nahegelegenen Garage bietet ihm Vahid an, den Schaden zu beheben und erschrickt, als er ein Detail hört, das ihn an etwas erinnert: Eqbal trägt eine Beinprothese und deren charakteristisches Quietschen hört sich genauso an wie die Schritte seines Peinigers in einem Gefängnis, dessen brutale Foltermethoden sein Leben zerstört haben. Hat er den Mann endlich gefunden, den er niemals gesehen hat, weil er stets bei den brutalen Verhören eine Augenbinde trug?
14 Jahre lang stand der mit einem Arbeitsverbot belegte iranische Regisseur Jafar Panahi in seiner Heimat unter Hausarrest. Dennoch drehte er mit schöner Regelmäßigkeit Filme, die auf bedeutenden Festivals von Berlin über Cannes bis Venedig liefen, wo sie auch oft mit wichtigen Preisen ausgezeichnet wurden. Filme des Widerstands sind Drei Gesichter oder der Goldene-Bär-Gewinner Taxi Teheran, die dem autokratischen Regime mit Subtilität und feinem Humor die Stirn boten.
Seit 2023 sind zumindest die Reise-Restriktionen aufgehoben, Panahi kann sich wieder frei(er) bewegen. Seine Filme dreht er aber weiterhin ohne offizielle Genehmigung und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen – sowie mit einer ganz schönen Wut, die sich da, gerade nach mehreren Inhaftierungen im berüchtigten Folter-Gefängnis Evin, über die Jahre angestaut hat. Es ist deshalb absolut verständlich, dass Panahi in Ein Einfacher Unfall über weite Strecken deutlich plakativer und weniger subtil vorgeht.