Di 17.2. (17:30 und 20 Uhr) / Do 19.2. (17:00) / So 22.2. (13:00)
In die Sonne schauen
Deutschland 2025; Regie: Mascha Schilinski; Darsteller*innen: Lena Urzendowsky, Laeni Geiseler, Zoë Baier, Hanna Heckt, Konstantin Lindhorst, Greta Krämer; FSK: ab 16; 149 Minuten
Mascha Schilinskis Film hat es nicht nur als erster deutscher Film nach neun Jahren in den Wettbewerb von Cannes geschafft und dort sogar den Preis der Jury gewonnen, sondern ist noch dazu der deutsche Vorschlag für einen Oscar als Bester Internationaler Film.
Kein Wunder: Der Film ist eines der ambitioniertesten Projekte des aktuellen deutschen Kinos – eigenwillig, poetisch und komplex. Die verschiedenen Erzählungen entfalten sich nicht chronologisch, sondern fließen auf geisterhafte Weise ineinander und sind durch wiederkehrende Motive verknüpft; familiäre Gewalt und Traumata – Kindstod, der Suizid einer Schwester, die Verstümmelung eines Onkels – scheinen über Generationen fortzuwirken. Das alles fasst die Inszenierung in Bilder von einer seltenen Sinnlichkeit, konzentriert im klassischen 4:3-Format: Nahaufnahmen von Stoffen, Oberflächen und Körpern, hypnotische Fahrten durch die getäfelten Stuben des alten Hauses, atmosphärische Naturimpressionen.
So tauchen wir in einen abgeschiedenen Vierseitenhof in der Altmark ein. Die Wände atmen seit über einem Jahrhundert das Leben der Menschen, die hier wohnen, ihren Geschmack, ihr Sein in der Zeit. Es wird erzählt von vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen – Alma (1910er), Erika (1940er), Angelika (1980er) und Nelly (2020er) – deren Leben auf unheimliche Weise miteinander verwoben sind. Jede von ihnen erlebt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Hof, doch während sie ihre eigene Gegenwart durchstreifen, offenbaren sich ihnen Spuren der Vergangenheit – unausgesprochene Ängste, verdrängte Traumata, verschüttete Geheimnisse. Beim bayerischen Filmpreis wurde die Berliner Filmemacherin Mascha Schilinski mit dem Regiepreis ausgezeichnet.