Kleine Dinge wie diese (Small things like these)

Di 20.1. (18 und 20 Uhr) / Do 22.1. (17:30) / So 25.1. (13:00)

Kleine Dinge wie diese (Small things like these)

Irland 2024; Regie: Tim Mielants; Darsteller*innen: Cillian Murphy, Eileen Walsh, Emily Watson; FSK: ab 12; 98 Minuten

Der wortkarge, aber rechtschaffene Bill Furlong liefert Kohlen aus, auch ins Kloster. Eines Tages beobachtet er etwas, das ihn erschüttert, an seine eigene tragische Vergangenheit rührt und seinem Gewissen keine Ruhe mehr lässt. Er ist niemand, der was auf Klatsch und Tratsch gibt, also hat er es bisher vermieden, den Geschichten zu glauben, die man sich über das Kloster und die jungen Frauen, die darin leben, erzählt. Aber nun kann er nicht mehr vergessen, was er gesehen und was ihn zutiefst erschüttert hat und muss jetzt für sich entscheiden, wie er damit umgehen wird. Und alle Seiten drängen ihn dazu, den Mund zu halten…
Es ist eines der düsteren Kapitel der irischen Geschichte, das Claire Keegan in ihrem Roman »Small Things Like These« verarbeitet hat: die Magdalenenheime, Besserungsanstalten und Wäschereien der katholischen Kirche, die von den 1820er Jahren bis 1996 sogenannte gefallene Mädchen, also unverheiratet schwangere Frauen, von der Gesellschaft isolierten, um sie vorgeblich wieder auf den rechten Weg zu bringen. Tatsächlich wurden den Müttern ihre Neugeborenen weggenommen und oft gegen ihren Willen zur Adoption freigegeben. Die Frauen lebten wie Gefangene hinter den Klostermauern, wurden misshandelt und als Arbeitskräfte ausgebeutet. Denn Mitte der 1980er Jahre, lange vor dem wirtschaftlichen Boom Irlands, prägten soziale Härte und prüder Katholizismus den Alltag. So zeichnet der Film ein Gegenbild zur sonst gern wildromantisch in Szene gesetzten grünen Insel: ärmliche Verhältnisse in gedeckten Farben und fahlem Licht.