Solidarity

Di 3.2. (18 und 20 Uhr) / Do 5.2. (17:30) / So 8.2. (13:00)

Solidarity

Deutschland/Schweiz 2025; Regie: David Bernet; Dokumentarfilm; FSK ab 12; 90 Minuten

Solidarität ist eines der wertvollsten Prinzipien menschlicher Gemeinschaften – und zugleich ein zutiefst widersprüchliches. Der Autor begleitet fünf Akteurinnen der Solidarität. Die Protagonistinnen dieses Films sind Profis in der solidarischen Arbeit. Sie sind keine geschulten Ersthelfer, sondern Menschen, die tief im humanitären System der „globalen Solidarität“ arbeiten. Sie agieren auf unterschiedlichen Ebenen, in regionalen Graswurzelstrukturen bis in den höchsten Ebenen der Vereinten Nationen: Eine Menschenrechtsaktivistin und eine Migrationsberaterin in Polen, Vertreter*innen des UNHCR (Flüchtlingshilfswerk der UNO) in Genf, sowie ein Philosoph in Beirut zeigen uns die hellen wie die dunklen Seiten der Solidarität. Der Film führt uns von der Migrationskrise an der belarussisch-polnischen Grenze über die Fluchtbewegung aus der Ukraine direkt nach der russischen Invasion schließlich in den Solidaritätsclash im Nahen Osten, wo die humanitären Menschenrechte ins Wanken geraten sind.
Cinema Paradiso zeigt den Film in Kooperation mit der Woche für Demokratie und Toleranz Sinsheim. Der Filmemacher David Bernet ist angefragt, um bei der Vorstellung am Dienstag, dem 3. Februar, anwesend zu sein und im Anschluss an einer Diskussion teilzunehmen.

Das tiefste Blau

Di 27.1. (18 und 20 Uhr) / Do 29.1. (17:30) / So 1.2. (13:00)

Das tiefste Blau

Brasilien/Mexiko 2025; Regie: Gabriel Mascaro; Darsteller*innen: Denise Weinberg, Rodrigo Santoro; Adanilo Ludemir, Miriam Socarras; FSK: ab 6; 86 Minuten

Die 77-jährige Tereza lebt in einer kleinen Industriestadt im Amazonasgebiet. Eines Tages erhält sie die offizielle Anweisung der Regierung, in eine Seniorenkolonie in einer entlegenen Gegend zu ziehen. Hier sollen die Alten ihre letzten Jahre „genießen“, während die junge Generation sich voll und ganz auf Produktivität und Wirtschaftswachstum konzentrieren kann. Doch Tereza widersetzt sich. Sie begibt sich auf eine Reise immer weiter hinein in das Amazonasgebiet, durch die Nebenflüsse und den Dschungel. Einen letzten Wunsch will sie sich erfüllen, bevor man ihr die Freiheit nimmt. Einen letzten Wunsch, der Tereza verändern und ihr Leben in eine neue Richtung lenken wird.
Mit DAS TIEFSTE BLAU nimmt Gabriel Mascaro das Publikum mit auf eine transformative Reise durch den Amazonas und erzählt eindringlich vom Streben nach Freiheit und Widerstandsfähigkeit. Auf den 75. Internationalen Filmfestspielen von Berlin wurde der bildgewaltige und kraftvolle Film im Rahmen seiner Weltpremiere mit dem Großen Preis der Jury (Silberner Bär), dem Preis der ökumenischen Jury sowie dem Preis der Leserjury der Berliner Morgenpost ausgezeichnet.

Kleine Dinge wie diese (Small things like these)

Di 20.1. (18 und 20 Uhr) / Do 22.1. (17:30) / So 25.1. (13:00)

Kleine Dinge wie diese (Small things like these)

Irland 2024; Regie: Tim Mielants; Darsteller*innen: Cillian Murphy, Eileen Walsh, Emily Watson; FSK: ab 12; 98 Minuten

Der wortkarge, aber rechtschaffene Bill Furlong liefert Kohlen aus, auch ins Kloster. Eines Tages beobachtet er etwas, das ihn erschüttert, an seine eigene tragische Vergangenheit rührt und seinem Gewissen keine Ruhe mehr lässt. Er ist niemand, der was auf Klatsch und Tratsch gibt, also hat er es bisher vermieden, den Geschichten zu glauben, die man sich über das Kloster und die jungen Frauen, die darin leben, erzählt. Aber nun kann er nicht mehr vergessen, was er gesehen und was ihn zutiefst erschüttert hat und muss jetzt für sich entscheiden, wie er damit umgehen wird. Und alle Seiten drängen ihn dazu, den Mund zu halten…
Es ist eines der düsteren Kapitel der irischen Geschichte, das Claire Keegan in ihrem Roman »Small Things Like These« verarbeitet hat: die Magdalenenheime, Besserungsanstalten und Wäschereien der katholischen Kirche, die von den 1820er Jahren bis 1996 sogenannte gefallene Mädchen, also unverheiratet schwangere Frauen, von der Gesellschaft isolierten, um sie vorgeblich wieder auf den rechten Weg zu bringen. Tatsächlich wurden den Müttern ihre Neugeborenen weggenommen und oft gegen ihren Willen zur Adoption freigegeben. Die Frauen lebten wie Gefangene hinter den Klostermauern, wurden misshandelt und als Arbeitskräfte ausgebeutet. Denn Mitte der 1980er Jahre, lange vor dem wirtschaftlichen Boom Irlands, prägten soziale Härte und prüder Katholizismus den Alltag. So zeichnet der Film ein Gegenbild zur sonst gern wildromantisch in Szene gesetzten grünen Insel: ärmliche Verhältnisse in gedeckten Farben und fahlem Licht.

Die Rosenschlacht

Di 13.1. (18 und 20 Uhr) / Do 15.1. (17:30) / So 18.1. (13:00)

Die Rosenschlacht

GB/USA 2025; Regie: Jay Roach; Darsteller*innen: Benedict Cumberbatch, Olivia Colman, Alison Janney, Andy Samberg; 121 Minuten

Der Stararchitekt Theo Rose zieht nach vielen Ehejahren mit seiner Frau und den Kindern von England nach Amerika. Hier ermuntert Theo seine Frau dazu, ihre kulinarischen Köstlichkeiten einer größeren Öffentlichkeit zu servieren. Während er ein spektakuläres Museum baut, eröffnet sie ein bescheidenes Krabbenrestaurant am Strand, das zunächst nicht so richtig läuft.
Doch dann verschiebt sich die Erfolgsdynamik und mit ihr die Tektonik der Ehe: Ein verheerender Sturm bringt das Museum zum Einsturz, während schutzsuchende Massen in Ivys Restaurant flüchten, darunter eine Foodkritikerin, die mit ihrer Eloge eine Erfolgslawine startet. Parallel zu seiner größten Demütigung tritt sie ihren Triumphzug an. Es stellt sich heraus, dass ein Mann doch recht schnell an die Grenzen seiner Großzügigkeit kommt, wenn er zu Hause mit Wäschebergen, Nissenkamm und Kochlöffel Kinder bändigen muss, während sie in der weiten Welt berufliche Erfolge feiert. Ein Film, der immer zugleich liebevoll und bissig, einfühlsam und unerbittlich ist, sehr lustig, aber auch sehr nachdenklich, und dabei gekonnt zwischen britischem Understatement und amerikanischer Maßlosigkeit blanciert.