Di 21.10. (18 und 20 Uhr) / Do 23.10. (17:30) / So 26.10. (13:00)
Miroirs No. 3
Deutschland 2025; Regie: Christian Petzold; Darsteller*innen: Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt, Enno Trebs; FSK ab 12; 86 Minuten
Für Christian Petzold ist Miroirs No. 3 der 19. realisierte Spielfilm als Filmregisseur und Drehbuchautor. Der Titel bezieht sich auf das Stück Une barque sur l’océan (Eine Barke auf dem Ozean) aus Maurice Ravels Klavierzyklus Miroir (der Spiegel), einem der Schlüsselwerke des französischen Imperialismus.
Wie durch ein Wunder überlebt die Klavierstudentin Laura bei einem Ausflug ins Berliner Umland einen schweren Autounfall. Körperlich unversehrt, aber innerlich aus der Bahn geworfen, kommt sie im Haus von Betty unter, die den Unfall beobachtet hat. Vom ersten Moment an verbindet die beiden Frauen eine tiefe Zuneigung. Laura genießt die mütterliche Fürsorge Bettys, die Arbeit im Garten, die Besuche in der Werkstatt von Bettys Ehemann Richard und ihrem Sohn Max, die gemeinsamen Essen. Es beginnt eine fast unbeschwerte, glückliche Zeit des Zusammenseins, ein Spätsommertraum, dem sich Laura und die Familie nur zu gerne überlassen. So scheint der Film auf angenehm unaufdringliche Weise hoffnungsvoll.
Miroirs No. 3 lädt zum Träumen ein, dass eine solche unwahrscheinliche Wahlfamilien-Utopie tatsächlich möglich sein könnte – zumal sich auch die Musik zunehmend immer verwunschener anhört. Da ist es fast ein Schock, wenn wir feststellen müssen, dass der Film trotz allem sehr wohl in der realen Welt spielt. Aber selbst dann bleibt Petzold großzügig, auch dem Publikum, aber vor allem seinen Figuren gegenüber. Garantiert kein Kitsch, aber auf subtile Weise wunderschön.